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Die Schale der Liebe

Warum mir dieser Text für meine Arbeit als Berater wichtig ist.

Der Text

Wer für andere da ist, braucht selbst Kraft. Daran erinnert mich das Bild der Schale: Ich kann etwas weitergeben und dabei die eigenen Grenzen achten.

Sei weise und gleiche einer Schale,
nicht einem Kanal.
Der Kanal leitet beinahe im selben Augenblick weiter,
was er empfängt.
Die Schale wartet, bis sie gefüllt ist.
Was dann über ihren Rand hinausfließt,
kann sie teilen, ohne selbst zu verlieren.

Lerne auch du, aus dem Gefülltsein zu geben.
Versuche nicht, großzügiger als Gott zu sein.

Die Schale nehme sich die Quelle zum Vorbild:
Erst wenn diese selbst genug Wasser hat,
fließt sie als Bach weiter und füllt einen See.
Die Schale muss sich nicht schämen,
dass sie weniger verschenken kann als ihre Quelle.

Handle ebenso:
Lass dich zuerst füllen,
dann sorge dafür, dass du weitergeben kannst.
Gütige, besonnene Liebe lässt überfließen;
sie lässt nicht auslaufen.

Es wäre mir nicht recht,
durch dich beschenkt zu werden,
während du dich dabei leerst.

Wenn du dir selbst schadest,
wem kannst du dann guttun?
Wenn du vermagst, unterstütze mich aus deinem Überfluss.
Wenn nicht, dann achte auf dich.

Freie Übertragung nach Bernhard von Clairvaux (1090–1153)

Die unter dem Titel „Die Schale der Liebe“ bekannten Gedanken stammen aus Bernhards Predigten zum Hohelied. Diese Fassung überträgt die entsprechenden Auszüge eigenständig ins Deutsche. Grundlage: 18. Predigt zum Hohelied, lateinischer Text.

Was das für meine Beratung bedeutet

Am Anfang steht für mich das Zuhören. Ich möchte verstehen, was Sie beschäftigt und welche Erfahrungen Sie mitbringen. Daraus ergibt sich, wie wir an Ihrem Anliegen arbeiten.

Dabei achten wir auf Ihre Grenzen und Ihr Tempo. Es geht auch darum, was Ihnen im Alltag Halt gibt und wo Sie Zeit für sich selbst brauchen.

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